Kontakt

Kontaktformular

Rufen Sie uns jetzt an:
07422 - 99165535

Ich bitte um:*

Diabetes

Die Stoffwechselerkrankung Diabetes beeinflusst nicht nur das tägliche Leben der Betroffenen mit der Notwendigkeit zu Diät oder dem Spritzen von Insulin, sondern mit zunehmender Zeitdauer der Erkrankung können vor allem die kleinen Blutgefäße des Körpers in vielen Organen nachhaltig geschädigt werden. Ganz besonders dramatisch ist die Auswirkung des Diabetes auf die kleinen Gefäße in dem wichtigsten Sinnesorgan des Menschen, dem Auge. Hier ist besonders die Netzhaut betroffen. Die Netzhaut (Retina) ist ein sehr feines Gebilde, das mit allerkleinsten Blutgefäßen, so genannten Kapillaren, versorgt wird. Für eine ungestörte Funktion der Netzhaut ist die Versorgung mit Nährstoffen und Sauerstoff über diese Gefäße notwendig. Treten Störungen in der Versorgung auf, so kann das zu Sehbeeinträchtigungen bis hin zur Blindheit führen.

Sind die Blutzuckerwerte über einen langen Zeitraum hinweg erhöht, wie dies bei Diabetes der Fall ist, so kommt es zu einer Einlagerung von Fett- und Eiweißstoffen in die Gefäßwände (Mikroangiopathie). Dadurch entstehen Verdickungen, durch die die Gefäßwände brüchig werden können. Die feinen Ausbuchtungen die dadurch entstehen, werden Mikroaneurysmen genannt. Platzen diese Mikroaneurysmen auf, so kann man auf der Netzhaut typische, punktförmige Einblutungen erkennen. Diese Form der diabetischen Netzhauterkrankung wird auch als "diabetische Retinopathie" bezeichnet. Oft bemerkt der Patient keine oder nur leichte Sehstörungen, die gut behandelt werden können.

Wird der Diabetes nicht behandelt, kann der Prozess fortschreiten und aus der nicht proliferativen diabetischen Retinopathie eine proliferative diabetische Retinopathie entwickeln. In diesem Fall führen die Durchblutungsstörungen dann zu einer Unterversorgung der Netzhaut mit Sauerstoff. Das regt das Wachstum von neuen, krankhaften Blutgefäßen an, die auch in den Glaskörper hineinwachsen können. Diese neuen Blutgefäße sind brüchig und platzen leicht. Dadurch kommt es zu Einblutungen in den Glaskörper. Die Betroffenen sehen dann alles verschwommen - wie hinter einem Schleier. Diese Form, auch proliferative diabetische Retinopathie genannt, ist sehr viel schwerwiegender. Es kommt häufig zu Sehbeeinträchtigungen bis hin zur Erblindung.

Wird der Punkt des schärfsten Sehens in der Netzhautmitte (Makula) geschädigt (diabetische Makulopathie), kommt es zu einem Verlust der zentralen Sehschärfe und damit häufig auch zum Verlust des Lesevermögens. Grund für diese Veränderung sind Fettablagerungen und eine Schwellung der Makula (Makulaödem) durch die Schädigungen an den kleinen Gefäßen.

Die proliferative diabetische Retinopathie muss frühzeitig behandelt werden, damit die Schäden an der Netzhaut nicht fortschreiten. Entscheidend ist eine gute Einstellung der Blutzuckerwerte. Diabetiker sollten in jedem Fall einmal im Jahr den Augenhintergrund durch einen Augenarzt untersuchen lassen, auch wenn sie keine Sehstörungen bemerken. Veränderungen an der Netzhaut können so schon vor dem Auftreten von Sehbeeinträchtigungen festgestellt werden. Diese Untersuchungen sollten für jeden Betroffenen ebenso zur Routine gehören, wie das Einhalten der Diät, die Einnahme der Medikamente oder das Spritzen des Insulins. Häufigere Kontrollen sind erforderlich, wenn neben dem Diabetes auch noch ein ausgeprägter Bluthochdruck vorliegt, (der in jedem Fall normalisiert werden sollte,) oder, wenn es häufig – trotz Behandlung – zu erhöhten Blutzuckerwerten kommt (Stoffwechsel-Entgleisung).

Neben der Augenhintergrundspiegelung stellt die Fluoreszenzangiographie eine weitere Untersuchungsmöglichkeit dar. Bei diesem Verfahren wird ein Farbstoff in die Vene gespritzt. Dieser verteilt sich im Körper bis in die Netzhaut. Durch diese Anfärbung können Veränderungen erkannt werden, die bei der Spiegelung des Augenhintergrundes nicht sichtbar sind.

Sind trotz einer konsequenten Diabetestherapie Netzhautveränderungen und/oder eine Verschlechterung der Sehschärfe festgestellt worden, bieten sich je nach Befund verschiedene Behandlungsmöglichkeiten:

Die Laser-Therapie (Laserkoagulation)
Diese Methode wird sowohl beim diabetischen Makulaödem als auch bei der proliferativen diabetischen Retinopathie eingesetzt. Beim diabetischen Makulaödem wird versucht, durch feine Laserpunkte neben dem Netzhautzentrum eine Abschwellung der Netzhautmitte zu erreichen - mit den Ziel, eine weitere Sehverschlechterung zu verhindern. Bei der proliferativen diabetischen Retinopathie wird die gesamte Netzhaut mit Ausnahme der Mitte (Makula) mit größeren Laserpunkten behandelt. Die schon gewachsenen neuen Gefäße vernarben, und ein weiteres Wuchern von Gefäßen wird unterbunden. Die Lasereffekte auf der Netzhaut sind für den Patienten nach der Behandlung in der Regel nicht wahrnehmbar. Die Netzhautlasertherapie kann meist ambulant durchgeführt werden.

Injektionstherapien
In der Behandlung des diabetischen Makulaödems haben sich durch die Einführung neuer Behandlungsformen und Medikamente in letzter Zeit neue Möglichkeiten ergeben: Injektionen von Wirkstoffen direkt in das Auge haben sich als Therapieverfahren etabliert, auch wenn sie bei der diabetischen Makulopathie und der proliferativen diabetischen Retinopathie noch kein Standardverfahren sind.

Operation
Bei schweren Fällen von proliferativer, diabetischer Retinopathie und bei länger bestehenden Glaskörperblutungen werden mit einem operativen Eingriff die Gefäßaussprossungen und die Einblutungen entfernt.