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Kontaktlinsen

Kontaktlinsen sind kleine Kunststofflinsen, die direkt auf der Tränenflüssigkeit des Auges schwimmen. Direkten "Kontakt" mit der empfindlichen Hornhaut sollten Kontaktlinsen nicht haben.

Kontaktlinsen gibt es in verschiedensten Ausführungen. Ganz allgemein werden zwei Typen unterschieden:

Weiche KontaktlinsenFormstabile (harte) Kontaktlinsen
Weiche Kontaktlinsen bestehen aus flexiblem Material und passen sich so der Form der Hornhaut an. Das Resultat ist eine sehr gute Spontanverträglichkeit dieser Linsen, auch bei Menschen mit empfindlichen Augen, sowie ein angenehmes Tragegefühl. Weiche Kontaktlinsen sind – im Gegensatz zu formstabilen Linsen – etwas größer, der Durchmesser liegt um die 13 bis 14,5 Millimeter. Durch die vergleichsweise große und gleichmäßige Auflage haben weiche Kontaktlinsen einen stabilen Sitz, die Linsen können kaum verrutschen.

Formstabile Kontaktlinsen bestehen aus sauerstoffdurchlässigen Kunststoffen. Das gewährleistet auch bei langem Tragen ein gutes "Augenklima". Die Tragedauer von formstabilen Kontaktlinsen ist abhängig von der Pflege. Da sie aus formstabilem Kunststoff bestehen, können sie sich nicht so flexibel an das Auge anpassen wie weiche Linsen. Zudem sind sie etwas kleiner als weiche Linsen. Der Rand einer formstabilen Kontaktlinse liegt nicht immer unter dem Augenlid – daher kann es beim Blinzeln zu einem "Fremdkörpergefühl" kommen.

Weiche Kontaktlinsen haben ihre Vorteile bei der so genannten Spontanverträglichkeit: Das bedeutet, dass sie bei der ersten Anprobe in der Regel sehr gut und angenehm sitzen. Formstabile Kontaktlinsen dagegen punkten mit einer besseren Sauerstoffdurchlässigkeit.

Eine Untergruppe der weichen Kontaktlinsen bilden die Austauschkontaktlinsen. Darunter fallen Kontaktlinsen mit täglichem, wöchentlichem, oder monatlichem Austausch, die jeweils für diesen festgelegten Zeitraum getragen werden können und dann entsorgt werden. Die Wochen- und Monatslinsen müssen selbstverständlich jeden Abend herausgenommen, sorgfältig gereinigt und über Nacht desinfiziert werden.

Kontaktlinsen können verschiedenste Arten von Fehlsichtigkeiten ausgleichen:

Weitsichtigkeit (Hyperopie, Übersichtigkeit)Kurzsichtigkeit (Myopie)Stabsichtigkeit (Astigmatismus) Alterssichtigkeit (Presbyopie)
Manche Fehlsichtigkeiten lassen sich nur mit formstabilen Kontaktlinsen optimal korrigieren (zum Beispiel unregelmäßige Hornhautoberflächen, etwa nach einer Hornhauttransplantation oder bei Keratokonus). Da Kontaktlinsen – anders als eine Brille – direkt vor dem Augapfel sitzen, lassen sich mit ihnen sehr starke Fehlsichtigkeiten ausgleichen.

Kontaktlinsen müssen angepasst werden und können nicht "von der Stange" gekauft werden. Folgende Kriterien müssen bei der Anpassung berücksichtigt werden:

Die Art der Kontaktlinse muss mit der Hornhaut des Trägers harmonieren. Dazu misst der Kontaktlinsenspezialist die Hornhautradien mit einem hochpräzisen Messinstrument bis ins kleinste Detail und passt die Linsen individuell an.

Das Auge ist ein Organ und nimmt den benötigten Sauerstoff über seine Vorderseite auf. Manche Augen reagieren auf Sauerstoffmangel empfindlicher als andere. Meist sind formstabile Linsen aus sauerstoffdurchlässigerem Material unproblematischer als weiche Linsen. Es gibt aber auch weiche Linsen aus modernen Materialien (Silikon-Hydrogellinsen), die ähnlich sauerstoffdurchlässig sind wie formstabilen Linsen.
Augen, die zu Trockenheit neigen, reagieren auf manche Kontaktlinsenarten empfindlich.
Kontaktlinsen sind nur dann voll leistungsfähig und optimal verträglich, wenn sie sauber und hygienisch sind. Deshalb ist eine sorgfältige Pflege zwingend erforderlich.